Von Porto nach Lisboa

Dienstag, den 11. August 2020

Porto: das Wetter ist mau.

Der Wind drängt, das Wetter ist mies, also fahren wir schon am Montag weiter nach Süden, nächster Halt: Lisboa!
Wir wollen aus dem nass-kalten Porto raus und bereiten das Boot vor.
Gegen 15 Uhr geht der Motor an, bei nahezu keinem Wind und mäßiger Sicht tuckern wir aus der Box und ziehen ein paar Kreise im Vorhafen: dort ist Platz und keine Welle, da können wir in Ruhe Leinen und Fender verstauen sowie das Goßsegel setzen, ehe wir raus, auf den Atlantik fahren.
Grade auf so einem kleinen Schiff wie der Marie ist es empfehlenswert, jede geschützte Ecke für Arbeiten auf Deck zu nutzen, um nicht in wilder Schaukelei auf selbigem herumzuturnen.
Auch eine Frage der Sicherheit!

Gegen 16 Uhr sind wir drei Meilen südöstlich von Porto, als wieder dichterer Nebel aufzieht, zumindest ist auch etwas Wind dabei, so dass wir nun die Segel setzen können.
Der Atlantik ist ganz glat, nur eine lange Dünung steht von Westen her auf die Küste…
Bis ca. um acht fahren wir mit einer leichten Brise, als der Wind wieder nach lässt.
Wir versuchen ein stückchen weiter von der Küste weg zusegeln, um aus der Abschattung raus zu kommen.
Windy zeigt weiterhin ein lokales um Porto, das diese Bedingungen verursacht…

Kann man nicht genug von bekommen: wunderbare Delfine!

Gegen 1 ist der Wind komplett eingeschlafen, so dass wir den Motor wieder starten müssen.
Die Nacht verläuft ereignislos, die Crew schläft und erst in der Früh können wir die Segel wieder setzen.
Der nächste Tag wird einen ständigen Wechsel von Genua und Yanmar bringen, immerhin ist nahezu kaum Seegang, so dass wir weiterhin ganz gut voran kommen.
Einzige Abwechslung bieten mal wieder die geliebten Delfine, die uns immmer wieder am Boot besuchen, das ist wirklich bemerkenswert und das schönste am Atlantik-Segeln: “ständig” sieht man diese neugierigen Meeressäuger.

15:35 Uhr: über dem 1500m tiefen Graben “Cana de Nazaro” haben wir knapp 15 Liter Diesel nachgetankt, das sind bei ca. 10h Motor-Fahrt also ungefähr 1,5Liter/ h.
Wir haben jetzt 100 Meilen hinter uns, bleiben noch 60 bis Lissabon.
Am Abend besucht uns noch ein kleiner Singvolgel im Cockpit, völlig erschöpft setzt er sich für eine Weile unter die Sprayhood und ruht sich aus, dann verlässt er uns wieder Richtung Westen…ob er weiß, wo er hin will?

Besuch aus der Luft.

Bis zum nächsten Morgen können wir die Segel stehen lassen, wir kommen zwar langsam, aber ohne Diesel-Hilfe voran, so dass wir gegen 6 Uhr die Einfahrt von Lisboa erreichen, es ist etwas neblig (Sicht ca. 500m), natürlich, merkwürdiger weise sind keine Schiffe auf dem AIS zu erkennen und auch im Ausguck sehe ich nichts.
Das bleibt auch bis zur Stadt so, nur ein paar Fähren queren unseren Weg.
Ansonsten ist die Einfahrt, mangels Sonnenschein recht trostlos. Um neun Uhr melden wir uns über Funk in der Marina “Parque das Nações” etwas nördlich vom Stadtzentrum an. Wir gehen kurz an den Warteponton, ehe wir einen Platz zugewiesen bekommen.
Die Marina auf dem ehemaligen EXPO-Gelände ist recht groß und zu 80% leer.
Leider sind sowohl die Tankstelle, als auch die Waschmaschine außer Betrieb…hm, schade, waren das doch die zwei wichtigsten Kriterien für die Marina, neben dem W-LAN natürlich 🙂
Das funktioniert, allerdings nur am Hafen-Büro…


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