Nächster Halt: Frankreich!

Freitag, den 10. Juli 2020

Mit günstigen Winden ging es diesmal von Brügge Richtung Frankreich, Dunkirk bzw. Dunkerque war unser nächstes Ziel.
Doch zunächst mussten wir nochmal durch die Herdersbrug.
Damit wir Samstag-Morgen nicht schon um 5 starten müssen (Hochwasser in Zeebrügge war für 7 Uhr berechnet), wollten wir bereits am Vorabend in den Seehafen von Zeebrügge verholen.
Wir starten also gegen 21:30 im Yachthafen und funkten unterwegs die Herdersbrug 20 Minuten vor Ankunft an (so hatten wir es vereinbart, als wir die Tage zuvor Richtung Brügge gefahren sind).
Die Rechnung ging leider nicht ganz auf, denn obwohl die Brücken 24/7 (wie gemeldet) erreichbar ist, öffnet sie nur, wenn auch ein Termin an der Schleuse bestätigt wird, diese Information hatten wir jedoch nicht erfragt und folglich auch nicht bekommen…
Wir versuchten die Situation per Funk zu klären:
Marie an der langen Leine…

Die 100-jährige Visartsluis, durch die wir drei Tage zuvor nach Brügge gefahren waren, sei bis Montag außer Betrieb…und die große Pierre Vandammusluis hatte aktuell keine Schleusenzeiten für Sportschiffe…wir sollten zurück nach Brügge fahren und dort abwarten, hieß es.

Vor der Schleuse wäre kein Haltekai…
Nix da, wir machten mit langer Leine an einem großen Wartedalben fest und ließen uns vom Wind abtreiben, das Spiel kannte ich schon: plötzlich soll es dann losgehen und wer nicht da ist, wird zurückgelassen :/
Gegen vier kam dann auch ein Funkspruch, dass wir um sechs Uhr durch die Schleuse dürften.
O.K. – Wecker auf 5:30 gestellt und zur Sicherheit nochmal die Brücke kontaktiert.
Die meinte plötzlich, uns sofort durchfahren lassen zu müssen (wie vermutet)…dabei hieß es doch, dahinter wäre keine Wartemöglichkeit…was sollen wir die zwei Stunden denn jetzt machen?
Nunja, erstmal Leine los und durch die Brücke…wird sich schon was finden lassen.
Die Nacht war wieder kürzer als geplant…

Gesagt, getan: wir fuhren bis zur Schleuse und legten uns auch da an den großen Wartedalben…warum wir das drei Stunden eher nicht durften, bleibt wohl das Geheimnis der Brückenwärter…egal, Punkt sechs Uhr fuhren wir nach Abstimmung mit der Schleusenaufsicht alleine in die riesige Schleuse ein, machten fest und durften eine seltene Kegelrobbe bei der Jagd beobachten, sie hatte sich “eingeschleust”, um sich an den eingesperrten Fischen im Schleusenbecken satt zu fressen, clever

Das entschädigte ein bisschen für die halb geraubte Nacht, den Seehafen haben wir dann auch nur noch kurz, zum Diesel-bunkern angelaufen, ehe wir mit dem Sieben-Uhr-Hochwasser ausgelaufen sind.
Entspanntes Tidensegeln Richtung Frankreich
Es stand wieder ordentlich Schwell in der Einfahrt, ca. 20 Minuten kämpften wir uns gegen die Wellen aus der schier endlose Ausfahrt und waren froh, dann endlich die Segel und Kurs auf West setzen zu können.
Der Nord-West-Wind brachte uns zügig voran und mit dem Tidenstrom erreichten wir zwischendurch eine Fahrt über Grund von 9 Knoten!

So macht Gezeitensegeln Spaß!

Und schon 14 Uhr waren wir vor der Einfahrt von Dunkirk, welche wieder, “rot-rot-rot” zeigte…kurzer Blick aufs AIS: ah, da hinten kommt einer rein, also einen großen Kreis vor der Einfahrt gesegelt und hinter dem Tanker eingereiht, und tatsächlich, kurz nach dem Tanker sprang die Ampel auf grün und wir folgten ihm in den Hafen.
 
Herrlicher Sandstrand von Dunquerque

Die Zeit reichte noch für einen Strand- & Restaurantbesuch, dann fielen wir erschöpft in die Kojen.

Aufgrund guter Windprognose wollen wir morgen schon weiter…
 

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