Auf zur Lagune!

Freitag, den 14. August 2020

Sonnenuntergang über dem Atlantik

“Auf gehts Matrosen, Leinen los!
Wir wollen weiter, heißt auf das Groß!
Von Lisboa geht’s zum Affenfelsen von Gibraltar
mit nördliche Winden, sind wir in ein paar Tagen da!
Drum freuen wir uns gar schon sehr,
dass wir bald ankommen, im Mittelmeer” 🙂
Mit diesem Segelspruch und einem kleinen Schlückchen Rum warfen wir am späten Freitag Nachmittag die Festmacher in Lissabon los, um über Lagos oder Faro nach Gibraltar zu segeln.
Zunächst stand eine Flussfahrt im Tejo an, mit ablaufendem Wasser segelten wir hoch am Wind mit gut sechs Knoten Fahrt der Ausfahrt entgegen.
Der Tidenhub ist hier in Protugal nicht mehr so groß, wie in Frankreich, aber wenn es durch einen Fluss wie den Tejo geht, dann ist die Gezeit schon von Bedeutung, da der Strom bis zu 5 Knoten in beide Richtungen setzen kann, da wäre es doch blöd, gegenan fahren zu müssen…
Wir sind aber zur Richtigen Zeit losgefahren und kamen sehr gut voran.
Gegen halb acht hatten wir “Areal do Bugio” erreicht und konnten endlich nach osten abfallen.
Mit mäßigem Wind ging es auf dem Atlantik weiter, wieder einmal war draußen wenig los, bis ca. 22.:30 die “Vertigo” achteraus im AIS auftauchte. Ihr Kurs entspricht genau unserem, nur dass sie ca. einenKnoten schneller segelte…d.h. irgendwann wird sie uns einholen. Da die Sicht wieder etwas schwach war und die Dunkelheit einsetzte, übermittelte ich per DSC-Anruf unsere Position, nur um sicher zu gehen, dass sie uns auch sehen. Kurz darauf korrigierte das Segelboot seinen Kurs um ein paar Grad nach Norden, so dass wir sicher waren, das nix weiter passiert.
Gegen 23:50 Uhr segelten wir mit drei jagenden Delfine am Kap “Cabo Epichel”.
Bis 1:00 Uhr ging es nur langsam voran, dann gar nicht mehr, der Wind war eingeschlafen, wir starteten die Maschine.

An dieser Stelle möchte ich den kleinen Yanmar mal lobend erwähnen: seit ich ihn im Frühjahr 2019 getauscht habe, gab es keine Probleme mehr mit dem 1GM10. Der 1-Zylinder war stets da, wenn wir ihn gebraucht haben und hat uns bisher sicher und zuverlässig begleitet.
Natürlich kann man bei 8,6PS keine Wunderdinge erwarten und braucht auch nicht zu versuchen, gegen 3-Meter-Welle anzukämpfen, aber für Flaute und Hafenmanöver aller Art, ist er für uns genau richtig. Auch mehrtägiger Dauerbetrieb war kein Problem.
Mit ein geringem Aufwand für regelmäßige Wartung und Kontrolle der Verschleißteile (Ölwechsel, Impreller- & Opferanodencheck) sollte das nun auch lange so bleiben.

Gegen 12:30 schalten wir den Motor erstmal wieder ab und setzen das Spi, um raumschots bei Leichtwind ein paar Meilen zu machen.

Benno ist zufrieden, mit dem neuen Ankerplatz

Das funktionierte auch ganz gut, erst am späten Abend nehmen wir das Leichtwindsegel wieder runter und setzen die Genua. Wir sind nun auf Halbwindkurs unterwegs uns können die letzten 27 Meilen bis Portimao zügig absegeln. Dort gibt es einen gut geschützten Ankerplatz mit schönem Strand, direkt hinter dem Wellenbrecher in der Flussausfahrt.
Die Ankunft in der Mündung erfolgt am frühen Mogen, als gerade zahlreiche Fischerboote auslaufen, gut, dass wir sie im AIS schon frühzeitig erkennen, so warten wir, bis die Einfahrt frei ist und huschen dann schnell rein. Das Ankerfeld ist groß und geräumig, aufgrund der guten Lage aber auch schon gut besucht. Wir leuchten mit der Taschenlape ein bisschen umher und legen uns gegen 5 Uhr auf eine vermeintlich freie Stelle.
Am nächsten Morgen weißt uns unser britischer Nachbar darauf hin, dass wir über seinem Anker liegen müssen, ob wir nicht umparken können. Er hat wohl viel Kette gesteckt, denn nachmittags weht es hier ordentlich aus dem Fluss-Tal, da wären wir dann etwas nah. Das konnten wir nachts nicht sehen und lichten noch vor dem Frühstück unser Grundeisen, um etwas weiter nach Norden zu verholen, näher an den Strand.
Dort liegen wir sicher und mit ausreichend Abstand. Alle sind zufrieden.
Nun aber erstmal ab ins Wasser, und an den Strand, die Lagune genießen…


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